Flüchtlingslager Kehrhau
Es gibt tatsächlich noch weiße Flecken in der Erforschung der Nachkriegsgeschichte im Landkreis Böblingen. Der Gemeinde Jettingen wurde in 2017 ein umfangreiches Fotoalbum über das Leben der Flüchtlinge und Vertriebenen im ehemaligen Durchgangslager „Kehrhau“ in Unterjettingen überreicht. Hier fanden 19.000 Menschen aus den deutschen Ostgebieten, der Tschechoslowakei, Rumänien, Ungarn u. a. eine erste Unterkunft, bis sie auf die Gemeinden und Städte des Kreises verteilt wurden.
Die Gemeinde Jettingen und der Landkreis nutzen diese einmalige Quelle, um nicht nur die Geschichte dieses Flüchtlingslagers aufzuarbeiten, sondern vor allem anhand lebensgeschichtlicher Interviews die weiteren Wege der ehemaligen Lagerinsassen zu verfolgen. Der damalige Landkreis Böblingen nahm anteilmäßig die meisten Flüchtlinge und Vertriebenen in Baden-Württemberg auf. So wird die Publikation zugleich auch beispielhaft eine Geschichte der Integration aufzeichnen, die ein wichtiger Bestandteil für die Entwicklung unseres Kreises wie auch des ganzen Landes ausmacht.
Ziel des Projekts ist somit die Aufbereitung der Geschichte des Flüchtlingslagers Kehrhau auf der Gemarkung Jettingen und damit verbunden die Geschichte der Heimatvertriebenen. Im Projekt entstand ein Buch mit Zeitzeugenberichten, sowie Informationstafeln auf dem Gelände.
Foto: Gemeinde Jettingen
| Förderprogramm: | LEADER 2014-2022 |
| Handlungsfeld 1: | Leben und Arbeiten auf dem Land im Einklang von Familie und Beruf |
| Antragsteller: | Landkreis Böblingen |
| Investitionsort: | Jettingen |
| Fördersatz: | 40 bzw. 60 % der förderfähigen Kosten |

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.


